BERLIN - Sinfonie der Großstadt


W. Ruttmann / D 1927
So., 17. Mai 2015, 11:00
Das THEAITETOS TRIO
Udo Herbst/Gitarre, Johannes Dolezich/Orgel, Bernd Kortenkamp, Schlagwerk und Helmut Buntjer/Posaune, Euphonium.
 
Der Kassenmagnet aus dem Jahre 1927!
Rasanz, viele Schienen und 1 hüpfender Arbeiter
 
Ein Kultfilm? Für Viele. Ein Film auf Absinth? Vielleicht. In jedem Falle ein Film, den man gesehen haben sollte. Immer wieder ist das Publikum verblüfft über das, was es damals schon gab, über die Gigantomanie der Fabriken, über die Buntheit der Gesellschaft, über den Trubel. Ruttmann setzt das moderne Berlin seiner Zeit äußerst rasant in Szene, mit virtuosen Filmschnitten gelingt ihm ein brillanter Blick auf die Virilität der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Unbedingt sehenswert.
 
Sehr nah an dieser Art der künstlerischen Annäherung ist das, was das TTRIO musikalisch beisteuert. Anders als in der Originalversion spielt das TTRIO diesen Film nicht mit dem Originalsoundtrack, sondern schafft auf improvisatorischem und kompositorischem Weg einen zeitgemäßen Zugang. Unbedingt hörenswert. Laut, zart, schrill, innig.
 
Die Presse meinte: »Diese Film in einem Parkhaus zu zeigen, und das bei laufendem Betrieb, darauf muss man erst einmal kommen … und wie das funktioniert hat: Der säkulare Sound der Straße, die Busse, Krads, die Sirenen und LKW, all das mischt sich mit dem hervorragenden und der Filmvorlage in allem ebenbürtigen Klangkosmos, den das Theaitetos Trio scheinbar traumwandlerisch sicher allen Facetten des Films beisteuerte. Toll. (MZ)
 
Der Film von uns tatsächlich vor einiger Zeit (2012) im Parkhaus Engelenschanze gezeigt. Nun, das ging dieses Mal leider nicht. Aber der Soundtrack ist derselbe geblieben.
 
 

NOSFERATU - Eine Symphonie des Schreckens


F. Murnau / D 1922
So., 12. April 2015, 11:00

THEAITETOS TRIO


Buntjer, Dolezich, Herbst, Kortenkamp: Orgeln, Gitarren, Gebläse, Schrott
 
Kaum dass Nosferatu, der phallische Raffzahn, seine Beisserchen an die Kehle der opferbereiten Schönen setzt, wird im Publikum auch schon wieder kräftig losgeprustet. Weil das Toy-Piano leise säuselt, was die hingebungsvolle Schöne vielleicht denkt, aber in Murnaus stummen Bildern eben stumm für sich behalten muss: "Es muss was Wunderbares sein, von dir geliebt zu werden!" Mit nur wenigen Takten aus Benatzkys Weißem Rößl wird der schwarzweiße Leinwandalbtraum zur bunten Operetten- Groteske.
Dem tiefenpsychologischen Spürsinn des Theaitetos Trios sei Dank! Die legendären Experten in Sachen schräger Musik wissen eben, wie klein der Schritt vom Erhabenen zum Lächerlichen bei diesem mittlerweile fast tot adaptierten Untoten Nosferatu sein kann  und demontieren ihn lustvoll. Eines ist die Tonkulisse des Theaitetos Trios niemals: blutleer. Und darauf kommt es bei einem Vampirfilm doch schließlich an, oder?
(Westfälische Nachrichten)
 
 
... hemmungsloser Spass und tiefes Mitgefühl für das Monster kennzeichnen am besten, was das Theaitetos Trio zu Gehör brachte: Eine wahre Symphonie des Grauens, unterlegt mit wunderbar stillen Liebesliedern (“This is a strange country“  hinreissend) an die entfernte Geliebte ... Dass dabei der ironische Blick nicht fehlte, das konnte man vorher wissen. Nichts für Puristen, alles für Genießer. Hörenswert.
(Carl Fricke)
 
 

REPULSION


R. Polanski / GB 1965
So 15. März 2015 · 11:00 Uhr
Ludger Schmidt (Cello) und Helmut Buntjer (Posaune, Euphonium)

EKEL ist der erste von insgesamt drei Filmen der später sogenannten Mieter-Triologie Polanskis. Die beiden nächsten Filme dieser Trilogie sind ebenso bekannt geworden: Rosemary’s Baby und Der Mieter. Kurz gesagt könnte man diese Filme als psychologisch begründeten Horror beschreiben, in allen drei Filmen spielt die Verortung der Handlung in eine Wohnung eine spezielle Rolle. Man kann EKEL also auch ein Kammerspiel nennen.
 
Aber ein ganz schön Hartes. Die Hauptperson Carole Ledoux, intensiv gespielt von der jungen Catherine Deneuve, hegt einen in ihrer Vergangenheit begründeten tiefen Ekel gegenüber dem männlichen Teil der Menschheit. In Folge dieser Gefühlslage müssen mehrere Männer ihr Leben lassen, ganz unfreiwillig, wie sich denken läßt. All das scheint Carole wie unter Zwang tun zu müssen, sie halluziniert und sieht sich beängstigenden Visionen ausgesetzt ...
 
Der Film besticht durch die Stärke seiner Bilder so sehr, dass die Kuratoren dieser Filmreihe sich entschlosen haben, ihn in das Stummfilmprogramm zu nehmen, ihn also ohne Ton zu zeigen.
 
Mit Ihrer Begleitung wollen sie alle Ebenen des Films hörbar machen, schwache kaum wahrnehmbare Bedrohungen ebenso wie den puren Horror, den die Deneuve als Carole Ledoux duchleiden muss.
 
 

Panzerkreuzer Potemkin


S. Eisenstein / UDSSR 1925
So 15. Februar 2015 · 11:00 Uhr
Anja Kreysing (Akkordeon) und
Helmut Buntjer (Posaune, Euphonium)
 
Der Klassiker des russischen Kinos live begleitet
 
Die Handlung lehnt sich sehr frei an die tatsächlichen Ereignisse des russischen Revolutionsjahres 1905 im Schwarzmeerhafen Odessa an, der Meuterei der Besatzung des russischen Kriegsschiffs Knjas Potjomkin Tawritscheski gegen deren zaristische Offiziere. Sergei Eisenstein selbst beschreibt sein Werk als eine tragische Komposition  eine Tragödie in fünf Akten.
1. Der Beginn: Die Matrosen der Potemkin sollen faules Fleisch zu essen bekommen. Es kommt zu Unmut; sie weigern sich, die Suppe anzurühren.
2. Der Aufstand: Der Kapitän beschließt, ein Exempel zu statuieren und einige Matrosen erschießen zu lassen. Nachdem sich die Wache mit den Matrosen solidarisiert hat, kommt es zum Aufstand, und die Matrosen übernehmen das Schiff. Einer der Anführer, Wakulintschuk, wird dabei getötet. 
3. Trauer: Wakulintschuks Leiche wird in Odessa in einem Zelt auf der Hafenmole aufgebahrt; die Bewohner der Stadt trauern um ihn und solidarisieren sich mit den Matrosen. Sie schenken ihnen Lebensmittel. 
4. Die Hafentreppe von Odessa: Die zaristische Armee beginnt, auf die auf der Treppe versammelte Menschenmenge zu schießen. Es bricht Panik aus, und die Menschen beginnen zu fliehen. 
5. Die Begegnung mit der Flotte: Die Matrosen beraten, ob sie landen sollen, um der Bevölkerung von Odessa zu helfen. Doch da bereits ein Admiralsgeschwader gegen sie unterwegs ist, beschließen sie, diesem entgegenzufahren. Beim Aufeinandertreffen der Schiffe kommt es zur Verbrüderung zwischen den Matrosen der Potemkin und denen des Admiralsgeschwaders, und die Potemkin kann in offene Gewässer fahren.
 
UdSSR 1925  R: Serge Eisenstein  Db: Nina Agadschanowa   K: Wladimir Popow, Eduard Tisse  Mit Alexander Antonow, Wladimir Barsk, Grigori Alexandrow, Iwan Bobrow, Michail Gomoro, Alexander Lewschin, N. Poltawzew, Andrei Fait u.a. 75'

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