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BERLIN - Sinfonie der Großstadt

W. Ruttmann / D 1927


So., 17. Mai, 11:00


LILAC TRUTH

The Lilac Truth ist ein Musikensemble Buntjers, das immer wieder je nach Anlass neu gebildet wird. In diesem Falle spielten Udo Herbst/Gitarre, Johannes Dolezich/Orgel und Helmut Buntjer/Posaune, Euphonium.
 
Der Kassenmagnet aus dem Jahre 1927! Rasanz, viele Schienen und 1 hüpfender Arbeiter

 
Ein Kultfilm? Für Viele. Ein Film auf Absinth? Vielleicht. In jedem Falle ein Film, den man gesehen haben sollte. Immer wieder ist das Publikum verblüfft über das, was es damals schon gab, über die Gigantomanie der Fabriken, über die Buntheit der Gesellschaft, über den Trubel. Ruttmann setzt das moderne Berlin seiner Zeit äußerst rasant in Szene, mit virtuosen Filmschnitten gelingt ihm ein brillanter Blick auf die Virilität der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Unbedingt sehenswert.
 
Sehr nah an dieser Art der künstlerischen Annäherung ist das, was das TTRIO musikalisch beisteuert. Anders als in der Originalversion spielt das TTRIO diesen Film nicht mit dem Originalsoundtrack, sondern schafft auf improvisatorischem und kompositorischem Weg einen zeitgemäßen Zugang. Unbedingt hörenswert. Laut, zart, schrill, innig.
 
Die Presse
meinte im Sommer 2009: »Diese Film in einem Parkhaus zu zeigen, und das bei laufendem Betrieb, darauf muss man erst einmal kommen … und wie das funktioniert hat: Der säkulare Sound der Straße, die Busse, Krads, die Sirenen und LKW, all das mischt sich mit dem hervorragenden und der Filmvorlage in allem ebenbürtigen Klangkosmos, den das Theaitetos Trio scheinbar traumwandlerisch sicher allen Facetten des Films beisteuerte. Toll.« (MZ)
 
Damals wurde der Film tatsächlich im Parkhaus Engelenschanze gezeigt. Nun, das ging dieses Mal leider nicht. Aber der Soundtrack ist derselbe geblieben.

 
 
 

NOSFERATU
Eine Symphonie des Grauens


F. Murnau / D 1922


So., 12. April 2015, 11:00
::: THEAITETOS TRIO


Buntjer, Dolezich, Herbst, Kortenkamp Orgeln, Gitarren, Gebläse, Schrott

 
 
“Kaum dass Nosferatu, der phallische Rafzahn, seine Beisserchen an die Kehle der opferbereiten Schönen setzt, wird im Publikum auch schon wieder kräftig losgeprustet. Weil das Toy-Piano leise säuselt, was die hingebungsvolle Schöne vielleicht denkt, aber in Murnaus stummen Bildern eben stumm für sich behalten muss: &dbquo;Es muss was Wunderbares sein, von dir geliebt zu werden! Mit nur wenigen Takten aus Benatzkys &dbquo;Weißem Rößl wird der schwarzweiße Leinwandalbtraum zur bunten Operetten- Groteske.
Dem tiefenpsychologischen Spürsinn des Theaitetos Trios sei Dank! Die legendären Experten in Sachen schräger Musik wissen eben, wie klein der Schritt vom Erhabenen zum Lächerlichen bei diesem mittlerweile fast tot adaptierten Untoten Nosferatu sein kann  und demontieren ihn lustvoll. Eines ist die Tonkulisse des Theaitetos Trios niemals: blutleer. Und darauf kommt es bei einem Vampirfilm doch schließlich an, oder?“ (Westfälische Nachrichten)
 
 
&dbquo;... hemmungsloser Spass und tiefes Mitgefühl für das Monster kennzeichnen am besten, was das Theaitetos Trio zu Gehör brachte: Eine wahre Symphonie des Grauens, unterlegt mit wunderbar stillen Liebesliedern (“This is a strange country“  hinreissend) an die entfernte Geliebte ... Dass dabei der ironische Blick nicht fehlte, das konnte man vorher wissen. Nichts für Puristen, alles für Genießer. Hörenswert.“ (Carl Fricke)

 
 
 
 

REPULSION


(Ekel, GB, Polanski, 1965)


So 15. März 2015 · 11:00 Uhr
Live begleitet von Ludger Schmidt (Cello) und
Helmut Buntjer
(Posaune, Euphonium)


EKEL
ist der erste von insgesamt drei Filmen der später sogenannten Mieter-Triologie Polanskis. Die beiden nächsten Filme dieser Trilogie sind ebenso bekannt geworden:
Rosemary’s Baby
und
Der Mieter
. Kurz gesagt könnte man diese Filme als psychologisch begründeten Horror beschreiben, in allen drei Filmen spielt die Verortung der Handlung in eine Wohnung eine spezielle Rolle. Man könnte EKEL insofern auch ein Kammerspiel nennen.
 
Aber ein ganz schön Hartes. Die Hauptperson Carole Ledoux, intensiv gespielt von der jungen Catherine Deneuve, hegt einen in ihrer Vergangenheit begründeten tiefen Ekel gegenüber dem männlichen Teil der Menschheit. In Folge dieser Gefühlslage müssen mehrere Männer ihr Leben lassen, ganz unfreiwillig, wie sich denken läßt. All das scheint Carole wie unter Zwang tun zu müssen, sie halluziniert und sieht sich beängstigenden Visionen ausgesetzt ...
 
Der Film besticht durch die Stärke seiner Bilder so sehr, dass der Kurator dieser Filmreihe sich entschlosen hat, ihn in das Stummfilmprogramm zu nehmen, ihn also ohne Ton zu zeigen.
 
 
Mit Ihrer Begleitung wollen sie alle Ebenen des Films hörbar machen, schwache kaum wahrnehmbare Bedrohungen ebenso wie den puren Horror, den die Deneuve als Carole Ledoux duchleiden muss.

 

 

Panzerkreuzer Potemkin


So 15. Februar 2015 · 11:00 Uhr
Anja Kreysing
(Akkordeon) und
Helmut Buntjer
(Posaune, Euphonium, verstärkte Messer)

 
Der Klassiker des russischen Kinos live begleitet

 
Die Handlung lehnt sich sehr frei an die tatsächlichen Ereignisse des russischen Revolutionsjahres 1905 im Schwarzmeerhafen Odessa an, der Meuterei der Besatzung des russischen Kriegsschiffs Knjas Potjomkin Tawritscheski gegen deren zaristische Offiziere. Sergei Eisenstein selbst beschreibt sein Werk als eine tragische Komposition  eine Tragödie in fünf Akten.
1. Der Beginn: Die Matrosen der Potemkin sollen faules Fleisch zu essen bekommen. Es kommt zu Unmut; sie weigern sich, die Suppe anzurühren.
2. Der Aufstand: Der Kapitän beschließt, ein Exempel zu statuieren und einige Matrosen erschießen zu lassen. Nachdem sich die Wache mit den Matrosen solidarisiert hat, kommt es zum Aufstand, und die Matrosen übernehmen das Schiff. Einer der Anführer, Wakulintschuk, wird dabei getötet. 
3. Trauer: Wakulintschuks Leiche wird in Odessa in einem Zelt auf der Hafenmole aufgebahrt; die Bewohner der Stadt trauern um ihn und solidarisieren sich mit den Matrosen. Sie schenken ihnen Lebensmittel. 
4. Die Hafentreppe von Odessa: Die zaristische Armee beginnt, auf die auf der Treppe versammelte Menschenmenge zu schießen. Es bricht Panik aus, und die Menschen beginnen zu fliehen. 
5. Die Begegnung mit der Flotte: Die Matrosen beraten, ob sie landen sollen, um der Bevölkerung von Odessa zu helfen. Doch da bereits ein Admiralsgeschwader gegen sie unterwegs ist, beschließen sie, diesem entgegenzufahren. Beim Aufeinandertreffen der Schiffe kommt es zur Verbrüderung zwischen den Matrosen der Potemkin und denen des Admiralsgeschwaders, und die Potemkin kann in offene Gewässer fahren.
 
 
UdSSR 1925
 
R
: Serge Eisenstein  
Db
: Nina Agadschanowa  
K
: Wladimir Popow, Eduard Tisse  
Mit
Alexander Antonow, Wladimir Barsk, Grigori Alexandrow, Iwan Bobrow, Michail Gomoro, Alexander Lewschin, N. Poltawzew, Andrei Fait u.a.
 75'

 

 

Schwarzweiße Weihnachten


Wie vor 101 und 112 Jahren – Weihnachtsfilme von 1913 und 1902

 
Do 25. Dezember 2014 · 21:00 Uhr


Musikalisch untermalt werden diese Stummfilme live von
Gereon Voß
am Schlagzeug, der garantiert nicht nur Weihnachtslieder spielen wird. Dazu kommt als Gast und Gastgeber
Helmut Buntjer
, der Kurator dieser Reihe. Er spielt  passend zu Weihnachten güldenes Blech: Die Posaune. Frohe Weihnachten!
 
Exakt 101 Jahre sind zwei Filme alt, die, passend zum Anlass, am Ersten Weihnachtstag in der Nachtschicht gezeigt werden. In
WEIHNACHTEN DER INSEKTEN
organisiert der Weihnachtsmann ein Fest für die Kinder des Waldes: den Marienkäfer, die Libelle, die Hirschkäferfamilie und den Frosch.
Wladyslaw Starewicz
, der Vater der russischen Trickfilme, erweckt seine Tiere zum Leben und lässt sie vor Freude Purzelbäume schlagen. Alles ohne Computeranimation, dafür in Stop-Motion- Technik: Einzelne Bilder von Puppen werden aneinandergereiht, wobei für jedes Bild die Puppen nur ein kleines bisschen verändert werden.
 
DIE NACHT VOR WEIHNACHTEN
, ein skurriler Film nach dem gleichnamigen russischen Weihnachtsmärchen von
Nikolai Gogol
, spielt in einem ukrainischen Dorf. Der Schmied hat ein Problem: Seine Angebetete will ihn nur heiraten, wenn er ihr dieselben Schuhe verschafft, die die Zarin trägt. Dafür ist er sogar bereit, die Hilfe des Teufels in Anspruch zu nehmen. Und das kurz vor Weihnachten.
DIE REISE ZUM MOND
aus dem Jahr 1902 ist einer der ersten Science-Fiction-Filme und basiert auf den Romanen Von der Erde zum Mond (Jules Verne) und Die ersten Menschen auf dem Mond (H.G. Wells). Als professioneller Zauberkünstler war der Regisseur
Georges Méliès
bestens mit dem Einsatz von Bühnentechniken und - effekten vertraut, und viele dieser Tricks finden sich in seinen Filmen wieder. Dazu ersann er neu visuelle Effekte wir Doppelbelichtungen, Split Screens und anderes. Seinerzeit und auch heute noch verblüffender Science-Fiction eben.
 
DIE REISE ZUM MOND
 Frankreich 1902  Regie: Georges Méliès  ab 6 J.  Spielfilm mit Georges Méliès, Bleuette Bernon, Henri Dalannoy, Jeanne d'Alcy, Victor Andre  ohne Dialoge
 16

DIE NACHT VOR WEIHNACHTEN
 RUS 1913  Regie: Ladislav Starewicz  mit Ivan Mozzhukhin, Olga Obolenskaya, LidiyaTridenskaya u.a.  ab 6 J.  ohne Dialoge  
37

WEIHNACHTEN DER INSEKTEN
 RUS 1913  Regie: Wladyslaw Starewicz  ab 6 J.  Trickfilm  ohne Dialoge
 7

 
 
 

Ein Fellini Abend mit Musik von Nino Rota


Mi 26. November 2014 · 22:45 Uhr
Ensemble Pninin in der Besetzung:
Serge Corteyn
(Gitarre),
Nikola Glavas
(Akkordeon),
Gereon Voß
(Vibraphon),
Andreas Seemer-Koeper
(Schlagzeug, Musikalische Leitung).
 
Federico Fellini
war ein Zauberer des Kinos. Er dachte in Bildern. Seine Notizbücher enthalten keine ausformulierten Filmideen, sondern Karikaturen und Zeichnungen. Es sind erste, graphische Notizen über die Gestalten, die später in seinen Filmen auftreten. Für Fellini war das Zeichnen seine Methode, dem gerade entstehenden Film zum ersten Mal ins Gesicht zu blicken.
Obwohl auch als klassischer Komponist erfolgreich, wurde Nino Rota vor allem durch seine Filmmusiken berühmt. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen sicherlich die Partituren zu &dbquo;Der Pate von Francis Ford Coppola, zu Luchino Viscontis &dbquo;Der Leopard sowie zu &dbquo;Krieg und Frieden unter der Regie von King Vidor. Mit Fellini verband Nino Rota eine besondere Freundschaft. Dank seiner Fantasie und seiner Fähigkeit zur Improvisation war er ihm ein kongenialer Partner und schrieb bis zu seinem Tod die Musik zu sämtlichen Fellini-Filmen.
 
Man muss sich das so vorstellen: Nino Rota am Klavier, Fellini seitlich dahinter, mit lauter Stimme pfeifend, rufend, erklärend, während Rota improvisierend mit traumwandlerischer Sicherheit den Rhythmus und die Stimmung der gerade beschriebenen Fellini-Szene einfängt.
Dieser Abend nun dreht die Perspektive um. Ausgehend von den Partituren Nino Rotas sucht sich diese Musik die passenden Bilder aus dem Bilder-Fundus des zugrunde liegenden Films. Es ist eine Reise durch die Ereignisse, Inhalte, Stimmungen und Gestalten des Films jenseits einer von gesprochenem Text bestimmten Handlungslogik.
Gezeigt werden Ausschnitte aus den Fellini Filmen CASANOVA und DIE CLOWNS.
 
Casanova

Alle Welt bewundert, beneidet ihn, ist auf ihn eifersüchtig. Und wirklich, was ist das für ein Mann! Aber, Casanovas Eros ist zwanghaft, es ist der beängstigende und mechanische Eros einer menschlichen Kolbenmaschine. Es ist der katholische Eros von jemandem, der die Frauen wie Tiere oder wie Engel ansieht, nie wie Frauen, und der in der sinnlichen Beziehung nur sich selbst sucht und findet. 

Italien 1976
 
R
: Federico Fellini  
K
: Giuseppe Rotunno  
Musik
: Nino Rota  Mit Donald Sutherland u.a.

 
Die Clowns

Die Clowns aus der Manege, die Clowns aus der Kinderzeit, wo sind sie geblieben? Gibt es sie noch, diese derbe Komik, diesen ohrenbetäubenden Klamauk, der früher so belustigt hat? Im heutigen Zirkus finden sich nur noch letzte, verschwindende Spuren. 

Italien 1970
 
R
: Federico Fellini  
K
: Dario Di Palma  
Musik
: Nino Rota

 
 

Das Cabinet des Dr. Caligari


Mi 22. Oktober 2014 · 22:45 Uhr
Interzone perceptible
 
Auf dem Weg ins Irrenhaus

&dbquo;Du musst Caligari werden! las man 1920 an den Litfaßsäulen Berlins, darunter sah man zwei sich verkrampfende Hände. Man musste ins Kino, um Näheres zu erfahren. Ein Irrer erzählt: von seiner Verlobten, vom Jahrmarkt, von einem Schlafwandler, von Mord, Entführung und Dr. Caligari, dem dämonischen Schausteller, Wissenschaftler, Arzt. Interzone perceptible präsentiert zu dem expressionistische Meisterwerk von Robert Wiene aus dem Jahre 1919 und Urvater des TerrorFilmGenres die Musik.
 
Der Film erzählt die Geschichte des Dr. Caligari, der mit Hilfe eines Somnambulen namens Cesare eine Stadt in Angst und Schrecken versetzt. Tagsüber präsentiert er den an einer merkwürdigen, tranceartigen Krankheit leidenden Cesare auf dem Jahrmarkt. Dort sagt der Cesare den Schaulustigen die Zukunft voraus. Des Nachts aber schleicht dieser Sklave Caligaris durch die Stadt und begeht unter dem Einfluss seines Herrn furchtbare Morde.
Als eines Nachts ein junger Mann ermordet wird, dem Cesare den nahen Tod prophezeit hatte, ahnt Francis, ein Freund des Toten, dass Caligari mit der Sache zu tun hat. Als Francis Freundin Jane von Cesare entführt wird, wird der Verdacht zur Gewissheit. Eine aufgebrachte Menge macht sich auf die Jagd nach dem flüchtenden Doktor. In einem Irrenhaus scheint Francis den Schausteller in die Enge getrieben zu haben, da muss er eine furchtbare Entdeckung machen: Der wahnsinnige Dr. Caligari ist der Direktor der Anstalt.
Deutschland 1919
 
R
: Robert Wiene  
Db
: Carl Mayer, Hans Janowitz  
K
: Willy Hameister  
Mit
Werner Krauß, Conrad Veidt, Friedrich Fehér, Lil Dagover, Hans Heinrich von Twardowski, Rudolf Lettinger, Ludwig Rex, Elsa Wagner, Henri Peters- Arnolds, Hans Lanser-Rudolff  ab 12 J.
 78'

 
Interzone perceptible
ist seit nunmehr 14 Jahren ein Begriff in Sachen Stummfilmvertonung auf höchstem Niveau. Mit elektrifiziertem Akkordeon, E-Bass, Live-Elektronik und Zuspielungen holen die beiden an der Folkwang Hochschule Essen studierten Komponisten/Performer Sven Hermann und Matthias Hettmer den Stummfilm der 10er/20er-Jahre ins 21. Jahrhundert. Mit ihren Stummfilm-Projekten sind sie international tätig, spielten auf Einladung des Goethe-Instituts in Süd-Korea, den USA und Finnland und spielen auf diversen Stummfilmfestivals im europäischen Raum. Da jeder Film nach einer eigenen, individuellen Klanglandschaft verlangt, wird in jedem StummFilmKonzert eine neue Facette der &dbquo;industrial soundart von IP freilegt.
 
 
 

Livefilme von Achim Kämper


Mi 9. Juli 2014 · 22:45 Uhr
Jan Klare - Sax, Luc Ex - Bass, Michael Vatcher - Drums
Livemusik von RKeT zu Livefilmen von Achim Kämper

Mit dem legendären Bassisten
Luc Ex
und dem stilbildenden US-Drummer
Michael Vatcher
hat der Münsteraner Saxophonist
Jan Klare
zwei international renommierte Partner für sein Trio RKeT vereint, das eine explosive Mischung aus zeitgenössischem Jazz, 80er- Jahre-Punk und freier Improvisation spielt. Gemeinsam werden die drei Ausnahmemusiker Projektionen von
Achim Kämper
begleiten, der abstrakte Formen und konkrete Bilder mit unterschiedlichen Techniken auf die Leinwand bringt.
 
Achim Kämper ist Preisträger Jazzwerkruhr 2006 für seine DVD
kuhzunft
mit Filmen und Musikvideos. Seine Arbeiten im Bereich Film erinnern an die visuelle Musik der 1920er. Auf kleinstem Raum entstehen unkonventionelle Bilder durch Materialien wie Knete, Ton, Wasserfarbe, Bauklötze oder Licht. Inspiriert von Traumwelten entstehen konkrete Bilder und abstrakte filmische Ideen.
Deutschland 2014
 
Regie
: Achim Kämper.  Ohne Dialog.

 
 

Kurze Filme von Werner Nekes


Mi 28. Mai 2014 · 22:45 Uhr
Erhard Hirt


 
Der 1944 geborene
Werner Nekes
macht seit 1965 Filme, etliche zusammen mit seiner Frau, der Filmemacherin und Malerin Dore O.. Nekes widmet sich in seinen Filmen oftmals dem Sehen und der Struktur und Funktionsweise des Films.
Der Improvisationsmusiker
Erhard Hirt
wählte vier Frühwerke aus. 
Erhard Hirt: "Werner Nekes Kurz- und Experimentalfilme sah ich zum ersten Mal in den 70er Jahren in unserem heimischen Programmkino. Ähnlich wie wir als Improvisationsmusiker alle musikalischen Parameter und überkommenen Spielpraktiken hinterfragten, stellte auch Nekes noch einmal radikal die Frage danach, was Film überhaupt ist und arbeitete besonders in seinen frühen Kurzfilmen konsequent mit Grundbausteinen filmischen Schaffens um zu ganz eigene Ansätzen zu gelangen. Ich fühlte also so etwas wie eine Geistesverwandtschaft zu dem, was wir innerhalb der Musikszene (ver)suchten."
 
Vis-á-vis

Eine fixierte Kameraeinstellung auf sechs Personen, die bewegungslos in die Kamera schauen. Mit der Zeit können winzige minimale Bewegungen der Personen unterschieden werden. 

D 1968
 schwarz-weiß  
14

 
Muhkuh

Dieser Film für "orale Kulturkreise" zeigt in einer Einstellung Kühe auf einer norddeutschen Weide, die sich in Unterbrechungen auf die Kamera-Arbeit zu konzentrieren versuchen - "… so lange … bis zwei im Hintergrund vorbeigleitende Autos als Aktionshöhepunkt dankbaren Applaus erhalten …" (Peter Steinhart, Rheinische Post, 19.12.1968) 

D 1968
 schwarz-weiß  1
4

 
jüm-jüm

Ein Mädchen schaukelt vor einem gemalten Bild. 

D 1967
 Regie: Werner Nekes und Dore O.  Farbe  
10

 
gurtrug Nr. 1 

26 Personen und zwei Pferde bewegen sich auf der Grasfläche = Leinwandfläche und drücken dabei sich selbst aus. Wiederholt wird dieses Bild durch eine scheinbare Störung unterbrochen, die der Betrachter zu gerne enträtseln möchte. 

D 1967
 Farbe  
12

 
Regie: Werner Nekes  ohne Dialog  gesamt 50'

 
 
 
1/4 Jh. Linse  Darf's ein bisschen mehr sein?

A Florida Enchantment


Mi 21. Mai 2014 · 21:00 Uhr
The Lilac Truth
 
Brillant und herrlich frivol nimmt der Film Geschlechterrollen aufs Korn und hat selbst nach exakt 100 Jahren nichts von seiner Bissigkeit verloren

 
In einer alten Truhe versteckt, befinden sich dubiose Samenkörner, die Frauen in Männer und Männer in Frauen verwandeln. In einem Anfall von Groll schluckt Lilian Travers eines dieser Körner und erwacht am nächsten Morgen mit einem großen, schwarzen Bart. Dieser ist schnell abrasiert, aber gegen die neu erwachte Faszination für das weibliche Geschlecht kann sie sich nicht wehren. Gemeinsam mit ihrem Dienstmädchen, das ebenfalls diese Verwandlung durchführt, findet sie immer mehr Gefallen an ihrer neuen Rolle und steht plötzlich, mit ihrem dreisten Charme, den Herren als Konkurrenz gegenüber.
"A FLORIDA ENCHANTMENT ist nicht nur eine filmhistorische Perle aus der Stummfilmzeit, der Film ist vielmehr ein wichtiges Zeitdokument aus dem Jahre 1914   der erste Film der Filmgeschichte mit queerer Thematik! Brillant und herrlich frivol nimmt dieser Film Geschlechterrollen aufs Korn und hat selbst nach 100 Jahren nichts von seiner Bissigkeit verloren." (Freiburger Lesbenfilmtage)
USA 1914
 
Regie
: Sidney Drew  
Drehbuch
: Marguerite Bertsch, Eugene Mullin nach dem Buch von Fergus Redmond and Archibald Clavering Gunter  
Kamera
: Robert A. Stuart  
Mit
Sidney Drew, Edith Storey, Charles Kent, Mrs. Sidney Drew, Ada Gifford u.a.  ab 6 J.  ohne Dialog
 63'

 
 
 

Von morgens bis mitternachts


Mi 23. April 2014 · 22:45 Uhr
Musikalisch interpretiert durch das Schlagzeugquartett
Klangwerk Münster
in der Besetzung
Felix Feßke
,
Heinrich Link
,
Peter Paul Kannengießer
sowie
Moritz Wilking
unter der Leitung von
Gereon Voß

.
 
1920 ist das Jahr des expressionistischen Stummfilms in Deutschland, zu dessen bedeutendsten Werken
Von morgens bis mitternachts
zählt. Für die Geschichte des Kinos sind diese Filme mit ihren verzerrten Perspektiven und ausgeprägten Hell-Dunkel -Kontrasten prägend gewesen.
In
Von morgens bis mitternachts
erleichtert ein einfacher Kassierer seine Bank um Geld, um einer angebeteten schönen Frau den Kauf eines Bildes zu ermöglichen. Aber als er mit ihr fliehen will, weicht sie entsetzt zurück. Was tun?
Der Film spiegelt den Gegensatz von Elend und Reichtum nach dem Ersten Weltkrieg wider und handelt vom versuchten Ausbruch aus der bürgerlichen Gesellschaft. Aber er fand keinen Verleih und kein Kino und galt in Deutschland viele Jahre als verschollen. Belegt ist eine (erste?) Aufführung 1922  in Japan! Hier hatte Von morgens bis mitternachts großen Erfolg. Von der japanischen Kinemathek beschaffte sich das Staatliche Filmarchiv der DDR eine Kopie und zeigte den Film erstmals 1963 in Ost- Berlin.
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::: Bild: imdb
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NOSFERATU


Eine Symphonie des Grauens


F. Murnau / D 1922


Di., 23. Februar 2016 • 20:00h, Stadthausgalerie Münster
THEAITETOS TRIO

 

 
 
“Kaum dass Nosferatu, der phallische Rafzahn, seine Beisserchen an die Kehle der opferbereiten Schönen setzt, wird im Publikum auch schon wieder kräftig losgeprustet. Weil das Toy-Piano leise säuselt, was die hingebungsvolle Schöne vielleicht denkt, aber in Murnaus stummen Bildern eben stumm für sich behalten muss:"Es muss was Wunderbares sein, von dir geliebt zu werden! Mit nur wenigen Takten aus Benatzkys "Weißem Rößl" wird der schwarzweiße Leinwandalbtraum zur bunten Operetten-Groteske.
Dem tiefenpsychologischen Spürsinn des Theaitetos Trios sei Dank! Die legendären Experten in Sachen schräger Musik wissen eben, wie klein der Schritt vom Erhabenen zum Lächerlichen bei diesem mittlerweile fast tot adaptierten Untoten Nosferatu sein kann  und demontieren ihn lustvoll. Eines ist die Tonkulisse des Theaitetos Trios niemals: blutleer. Und darauf kommt es bei einem Vampirfilm doch schließlich an, oder?“ (Westfälische Nachrichten)
 
 
"... hemmungsloser Spass und tiefes Mitgefühl für das Monster kennzeichnen am besten, was das Theaitetos Trio zu Gehör brachte: Eine wahre Symphonie des Grauens, unterlegt mit wunderbar stillen Liebesliedern (“This is a strange country“  hinreissend) an die entfernte Geliebte ... Dass dabei der ironische Blick nicht fehlte, das konnte man vorher wissen. Nichts für Puristen, alles für Genießer. Hörenswert.“ (Carl Fricke)

La Chute de la Maison Usher


Der Untergang des Hauses Usher


Fr., 26. Februar 2016 • 20:00h, Stadthausgalerie Münster
Anja Kreysing(Akkordeon/Elektronik)

 
Edgar Allen Poes Horror in surrealitischen Filmbildern.

Die Adaption des französisch-polnischen Avantgarderegisseurs Jean Epstein der gleichnamigen Erzählung von Edgar Allan Poe. Allan hat große Mühen, das als verflucht geltende, abgelegene Haus Usher zu finden. Er ist der einzige Freund Roderick Ushers, welcher mit seiner kranken Frau Madeline Usher und ihrem Arzt in dem unheimlichen Haus lebt. Roderick arbeitet wie manisch an einem Gemälde von Madeleine, aber jede Portraitsitzung scheint dieser nach und nach ihre Lebenskraft zu entziehen...
DER UNTERGANG DES HAUSES USHER gilt als wegweisender, surrealistischer Stummfilm: Epstein benutzte erstmals Zeitlupe als Mittel der Dramaturgie und schafft mit Doppel- und Überbelichtungen, Weichzeichnung, niedrigen Kamerawinkeln sowie einer ausgeklügelten Beleuchtung eine düster-poetische Atmosphäre, die sich zu einem phantastischen Horrorszenario entfesselt.
 
LA CHUTE DE LA MAISON USHER  
Frankreich, Polen 1928
 
Regie
: Jean Epstein  
Drehbuch
: Jean Epstein, Luis Bunuel  
Kamera
: Georges Lucas, Jean Lucas  
Mit
Jean Debucourt, Marguerite Gance, Charles Lamy, Fournez-Goffard u.a.  ab 12 J.  ohne Dialog  
63'

Panzerkreuzer Potemkin


So., 28. Februar2016 · 12:00 Uhr, Stadthausgalerie Münster
Anja Kreysing (Akkordeon/Elektronik) und
Helmut Buntjer (Posaune/Elektronik, Euphonium, verstärkte Messer)
 
Der Klassiker des russischen Kinos live begleitet

 
Die Handlung lehnt sich sehr frei an die tatsächlichen Ereignisse des russischen Revolutionsjahres 1905 im Schwarzmeerhafen Odessa an, der Meuterei der Besatzung des russischen Kriegsschiffs Knjas Potjomkin Tawritscheski gegen deren zaristische Offiziere. Sergei Eisenstein selbst beschreibt sein Werk als eine tragische Komposition  eine Tragödie in fünf Akten.
1. Der Beginn: Die Matrosen der Potemkin sollen faules Fleisch zu essen bekommen. Es kommt zu Unmut; sie weigern sich, die Suppe anzurühren.
2. Der Aufstand: Der Kapitän beschließt, ein Exempel zu statuieren und einige Matrosen erschießen zu lassen. Nachdem sich die Wache mit den Matrosen solidarisiert hat, kommt es zum Aufstand, und die Matrosen übernehmen das Schiff. Einer der Anführer, Wakulintschuk, wird dabei getötet. 
3. Trauer: Wakulintschuks Leiche wird in Odessa in einem Zelt auf der Hafenmole aufgebahrt; die Bewohner der Stadt trauern um ihn und solidarisieren sich mit den Matrosen. Sie schenken ihnen Lebensmittel. 
4. Die Hafentreppe von Odessa: Die zaristische Armee beginnt, auf die auf der Treppe versammelte Menschenmenge zu schießen. Es bricht Panik aus, und die Menschen beginnen zu fliehen. 
5. Die Begegnung mit der Flotte: Die Matrosen beraten, ob sie landen sollen, um der Bevölkerung von Odessa zu helfen. Doch da bereits ein Admiralsgeschwader gegen sie unterwegs ist, beschließen sie, diesem entgegenzufahren. Beim Aufeinandertreffen der Schiffe kommt es zur Verbrüderung zwischen den Matrosen der Potemkin und denen des Admiralsgeschwaders, und die Potemkin kann in offene Gewässer fahren.
 
 
UdSSR 1925
 
R
: Serge Eisenstein  
Db
: Nina Agadschanowa  
K
: Wladimir Popow, Eduard Tisse  
Mit
Alexander Antonow, Wladimir Barsk, Grigori Alexandrow, Iwan Bobrow, Michail Gomoro, Alexander Lewschin, N. Poltawzew, Andrei Fait u.a.
 75'
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